Verruchte Sinnlichkeit

Der Stuttgarter Fotograf Marek Stelmaszyk setzt mit seiner Bildsprache eine experimentelle Energie frei abseits des üblichen Konformismus.

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Die schöne Fassade und ikonenhafte Posen interessieren den 31 Jahre alten Künstler nicht. Marek Stelmaszyk ist erst seit kurzem mit der Kamera aktiv und hat dennoch schon eine eigene, starke Handschrift entwickelt.

Offen und unbefangen nähert er sich seinen Modellen und kitzelt aus den Mädchen eine spontan wirkende Ausdrucksfreude heraus, rastlos, neugierig, wild. Fast wie ein Leitmotiv tauchen immer wieder Tattoos aus – sozusagen das Salz in der Suppe einer selbstbewusst dargestellten Erotik. Das bewusst Unperfekte wird dabei zum besonderen Stilmittel.

Die schöne Fassade interessiert ihn nicht. Viele Bilder wirken wie zufällig, fast schnappschussartig entstanden und trotzdem verrät der Aufbau und die Spannung der Fotos ein wohlgeschultes Auge. In Bad Saulgau am Bodensee geborgen, zog Marek mit 21 Jahren nach Stuttgart und hat sich zunächst als Praktikant in verschiedenen Agenturen umgetan. Er schloss eine Ausbildung als Mediengestalter ab, und ist seit 2011 selbstständig tätig für analoge wie digitalen Grafikprojekte. „Mit der Fotografie ging es erst im März diesen Jahres richtig los“, erzählt er im Interview. „Ich bin absolut gefesselt von den Möglichkeiten mit der Kamera und der Interaktion mit den Modellen“. Viele Frauen findet er über Facebook, aber auch über Agenturen. „Ich schreibe den Mädchen eine Nachricht, gebe Referenzen an und zeige, was ich bisher gemacht habe und dann kommt man zusammen oder auch nicht.

 

In der Regel sprechen wir keine Posen ab. Die Mädchen wissen schon selbst was sie wollen.“ Sein Künstlerisches Leitmotiv: „vamps are forever“. Immer wieder tauchen auf den Bildern auch spezielle Tanktops mit dem sonderbaren Zeichen AX-AX-AX auf. Diese Shirts hat Marek selbst entworfen und man kann sie über seine Website beziehen. „Die Verknüpfung von Foto und Fashion reizt mich sehr“, sagt er. Im Gespräch fallen Begriffe wie „bewusst ein wenig trashig“ oder punkig. Es ist der Stil eines Menschen, der sich hauptsächlich auf dem Skateboard durch die Stadt bewegt, immer aufmerksam, immer neugierig. Ein Streetwear-Label aus Singapur fand seinen Stil so cool, dass er mit Kollektionsaufnahmen beauftragt wurde. Nebenbei macht er auch Aufnahmen vom Snowboard und vom Skateboard aus. „Ich liebe den Boardsport“, sagt er. „Das bringt mir den nötigen Ausgleich“. Musikalisch interessiert er sich für Elektro und „andere minimale Sachen“.

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