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Brennender Mann
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Brennender Mann

Zwischen Schöpfung und Zerstörung: Jedes Jahr ziehen tausende von Menschen aus aller Welt ins Nirgendwo, um dort ihre eigenen Kunstprojekte auszustellen und mitunter auch abschließend im Feuer zu zerstören. Sie feiern die Selbstentfaltung, die Gemeinschaft, das Leben und suchen sich doch auch immer daran zu erinnern, dass alles irgendwann der Vergangenheit angehört.

 

Ein ganzes Jahr müssen die eingefleischten Besucher des ‚Burning Man‘ Festivals, auch ‚Burner‘ genannt, darauf warten, endlich wieder heimkehren zu können. Denn das, was für eine Woche in der ‚Black Rock Desert‘ Nevadas stattfindet, ist für sie ein Ort, an dem die normale Außenwelt keinen Platz hat und das Selbst für eine kurze Zeit der einschränkenden Tristesse des Alltags entfliehen kann. Hier ist ihr Zuhause und endlich angekommen, werden die anderen Besucher wie alte Freunde begrüßt und lebhaft umarmt. Gemeinsam gestalten, feiern und bestaunen – ja leben sie die Philosophie, die die Seele jenes Festivals ausmacht. Die Rolle des unbeteiligten Zuschauers, wie man sie von anderen Festivals kennt, existiert hier nicht. Stattdessen ist jeder dazu eingeladen, seinen eigenen Ideen auf selbstgewählte Art künstlerisch Ausdruck zu verleihen; und wenn nicht dies, so doch zumindest an den Kunstprojekten der Mit-Burner teilzuhaben.

 

Angesichts der vielfältigen Ideen, mit denen die Besucher jedes Jahr zu einer neuen Erfahrung werden lassen, ist dies aber nicht schwer. Als Inspirationshilfe geben die Veranstalter den Künstlern übergeordnete Themen vor, an denen sie sich grob orientieren können; so stand 2013 der von den pazifischen Inseln stammende Cargo-Kult im Mittelpunkt. Ist das Interaktive generell fester Bestandteil der Idee, so doch vor allem in den gesondert ausgezeichneten Themen Camps im Inneren der Anlage – der ‚Black Rock City‘. Und so kann man dort klettern, schaukeln, mit aufblasbaren Schwertern gegeneinander kämpfen oder auch ein gemeinsames Kunstwerk schaffen, indem jeder eine eigene kleine Idee dazu beiträgt. Doch überall blüht die Kreativität und animiert zu Interpretationen: Hier wechselt sich das Einfache mit dem Komplizierten ab, dem einfachen Schriftzug, der seine Message eher subtil vermittelt, steht der demonstrativen Protz einer riesigen nachgebauten Wallstreet gegenüber, die schließlich von den Machern verbrannt wird. Denn es steht jedem Burner frei, sein eigenes Kunstwerk wieder dem Erdboden gleich werden zu lassen. Als Außenstehender mag man sich dann umso mehr verwundert fragen, wie viel Zeit und Geld in die immer komplexer und größer werdenden Installationen geflossen sein muss, aber für die Teilnehmer spielt zumindest in der einen Woche Geld wortwörtlich keine Rolle: Nicht nur, dass das Festival Firmensponsoren aus Prinzip ablehnt, Zahlungsmittel jeder Art sind von den Veranstaltern unerwünscht. Der Austausch von Gütern soll auf Basis von Geschenken funktionieren, ohne eine unnötige Erwartungshaltung auf Gegenleistungen.

 

Denn im Vordergrund des ‚Burning Man‘ steht die Gemeinschaft als freier und sich selbst regulierender Organismus, den Besuchern werden nur die für ein Zusammenleben unverzichtbaren Regeln auferlegt. Viele der sonst unser alltägliches Verhalten bestimmenden sozialen Normen können, sollen sogar am Eingang zurück gelassen werden, um wenigstens für eine Woche ihrem einzwängenden Korsett entfliehen zu können. Solange man sich auf dieses Gemeinschaftsprojekt einlässt und respektvoll agiert, nimmt einen die Gemeinschaft mit ebenso bedingungsloser Akzeptanz auf und erachtet jeden in seiner Individualität als einzigartige Bereicherung.

 

Ansonsten sind der Selbstdarstellung kaum Grenzen gesetzt; neben den ausgestellten Kunstobjekten bieten die ungewöhnlichen und aufwändig gestalteten Kostüme einen ähnlich faszinierenden Anblick: dort neben der schwarz gefiederten Frau der eher düstere Steampunk, hier ein grell-plüschiges Monster während im Hintergrund ein weiblicher, nur knapp bekleideter Roboter seine Runden fährt. Neben den mitunter unbeschreiblichen Aufmachungen ist das völlige Fehlen von Kleidung ebenfalls willkommen, wenn auch nicht überwiegend. Selbst vor den Fahrzeugen macht der künstlerische Anspruch nicht halt. Abgesehen von den zur Fortbewegung auf dem weitläufigen Gebiet unverzichtbaren Fahrrädern sind nur sogenannte ‚Art Cars‘ zugelassen, das heißt Fahrzeuge, deren Gestaltung weitaus stärker auf Kreativität und Ästhetik, denn auf Nutzen ausgelegt sind. Auch aus Sicherheitsgründen erhält eine Zulassung nur, wer die strengen Kriterien am Einlass erfüllt.

 

Bloß zwei Elemente sind in dem sonst frei gestaltbaren Ablauf des Events eine Art Fixpunkt: zum einen die Verbrennung eines aufwendig aus Holz erbauten Tempels. Hier können die Besucher zuvor ein Teil ihrer selbst, ihrer Vergangenheit hinterlassen. Es ist ein Ort der Auseinandersetzung mit seinen bösen Geistern, aber auch der Erlösung von eben diesen – durch die abschließenden Flammen. Daneben sticht die Verbrennung der namensgebenden zwölf Meter großen Holzfigur, dem ‚Burning Man‘ hevor. Das den Themen des Festivals nachempfundene Bildnis steht im Zentrum des Camps und ist dank Neonbeleuchtung auch nachts allgegenwärtiges Herzstück des Festivals. Die vorangehende, aufwändige Prozession und das anschließende Feuer ziehen eine gewaltige Menschenmenge an. Mitgerissen von dem Anblick der hitzeversprühenden Feuersäule, machen auch sie das Ereignis mit zu einer der intensivsten Erfahrungen des Festivals.

Diese Idee, die Besucher so ihr Erlebnis größtenteils selbst schaffen zu lassen, scheint aufzugehen, denn in den knapp drei Jahrzehnten seit Entstehung ist die Anhängerzahl immer größer geworden, sodass dieses Jahr mit Schätzungen von 68 000 ein neuer Höchststand erreicht wurde. Angesichts der Örtlichkeit ist diese Zahl umso beeindruckender: Die ‚Black Rock Desert City‘ liegt inmitten einer Wüste, in einer Senke, die ehemals ein See war und ironisch-liebevoll ‚Playa‘ (Strand) genannt wird, weit abgelegen der Zivilisation. Im Notfall ermöglichen lediglich eine nahegelegene 500 Seelen Gemeinde und eine zum Camp gehörige Flugpiste Anbindung zur Außenwelt. Die Besucher müssen also bereits einiges an Entschlossenheit und Vorbereitung mitbringen, um längere Zeit in einer so lebensfeindlichen Gegend leben zu können. Immerhin stehen ihnen plötzliche Wetterumschwünge inklusive Sandstürmen sowie enorme Temperaturunterschiede zwischen brütendheißen, austrocknenden Tagen und kalten Nächten bevor; Staub- und Augenschutz sind fester Bestandteil vieler Verkleidungen. Kein Wunder also, dass der Burner doch eher bei Nacht am lebhaftesten anzutreffen ist. Die unwirtlichen Bedingungen werden durch das Prinzip der radikalen Selbstversorgung noch einmal verschärft. Außer Eiswürfeln, Benzin und Kaffee gibt es nichts auf dem Gelände zu erwerben und jeder hat selber mitzubringen, was er voraussichtlich brauchen wird. Shuttles zum nächsten Ort werden zwar angeboten, sollen aber eher als Notlösung dienen, um den Charakter der vom Alltag abgetrennten Gemeinschaft nicht zu zerstören.

 

Doch die Wüste war nicht immer Bestandteil des ‚Burning Man‘. Seine Wurzeln hat das Event am Strand von San Francisco, wo 1986 im kleinen Kreis eine knapp drei Meter große Holzfigur verbrannte. Gebaut wurde sie von Larry Harvey – der auch zukünftig eine entscheidende Figur bleiben sollte – mit der Begründung, seinem spontanen Drang nach radikaler Selbstentfaltung Ausdruck zu verleihen. Eine Parallele zu der Legende vom keltischen Weidenmann, der als Menschenopfer gedient habe, verneint er ausdrücklich. Nachdem diese Verbrennungen am Strand ein paar Jahre später verboten wurden, tat man sich kurzerhand mit einer anderen Veranstaltung autonomer Künstler zusammen, welches erstmalig 1990 an der heutigen Location stattfand. Waren in den Anfangsjahren noch keine Regulierungen nötig, ließ das rasante Wachstum der Anhängerschaft den Verantwortlichen mit der Zeit keine Wahl mehr: Die radikale Selbstverwirklichung musste gewissen Zwängen unterworfen werden. Ein Umstand, der jedes Jahr aufs Neue missmutige Stimmen vor der gefürchtete Zersetzung der originalen Idee warnen lässt. Um diesem entgegenzuwirken, sucht man mittlerweile umfangreiche Aufklärungsarbeit unter den Erstbesuchern zu leisten, damit sie die anfangs wohl fremd anmutende Mentalität verstehen und leben lernen.

 

Am Ende jener Woche, wenn alles verbrannt ist, was verbrannt werden sollte, verbleibt nur eine leere Playa, wo vorher das Leben tobte. Jeder hat seinen Abfall, auch das Abwasser, wieder mitzunehmen, um das Erlebnis nicht auf Kosten anderer Lebewesen und ihres Lebensraumes gehen zu lassen. Doch die Burner nehmen nicht bloß ihre Hinterlassenschaften mit, sondern auch die Erinnerung an eine einzigartige Erfahrung, die sie geprägt hat und wahrscheinlich auch im nächsten Jahr wieder hierher – nach Hause – ziehen wird.

Mehr Fotos:

http://stuckincustoms.smugmug.com/Burning-Man-Page

 

http://www.youtube.com/watch?v=ahv_1IS7SiE#t=15

 

Donalds Traum
Adventure

Donalds Traum

Drei Uhr morgens, eine menschenleere Industrie-Strasse in Los Angeles. Nur die Lichter von ein paar wenigen Straßenlaternen durchbrechen die Dunkelheit. Plötzlich ist das Fauchen leistungsstarker Motoren zu hören. Die Geräusche kommen näher. Hubraumstarke Autos mit abgedunkelten Scheinwerfern sammeln sich am Straßenrand. Ein letzter Gasstoß lässt die Pferdestärken aufheulen und dann verstummen die Triebwerke. Gruppen von jungen Leuten stehen darum herum, schauen unter geöffnete Motorhauben, Taschenlampen blitzen auf. Die Erklärung für die geisterhafte Szenerie: Hier findet eines der berüchtigten illegalen Straßenrennen statt. LA ist die unangefochtene Hauptstadt der Street Racing-Subkultur.

Die ersten beiden Fahrzeuge begeben sich an den Start und lassen ihre Reifen durchdrehen. Durch den Reifengummi, den die Fahrer auf der Strasse lassen, wird der Grip beim Start verbessert. Street-Racer duellieren sich paarweise, eine viertel Meile immer geradeaus. Die Distanz wird von den Schnellsten unter zehn Sekunden zurückgelegt, am Ende ist man um Lichtjahre schneller als das örtliche Tempolimit. Es geht um den Thrill, es geht um die Ehre und es geht um Geld. Der Wetteinsatz kann mehrere 1000 Dollar betragen.

Für den gemeinen Bürger sind Street-Racer die Pest, weil es immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Donald Galaz sieht das anders: „Alles, was die Leute von Gangs und Drogen fernhält, ist eine gute Sache“. Street Races sind aus seiner Sicht so etwas wie Stellvertreter-Kriege. Auge um Auge, Pferdestärke um Pferdestärke. Es geht hart zu, aber man hält sich an die Regeln und schießt nicht aufeinander.

Donald, 40 Jahre alt, weiß wovon er spricht. Er ist Mitglied der „Brotherhood of Streetracers“, die unter anderem in der Anfangsszene des Street-Racer Kultstreifens “Tow Lane Black Top” mitspielt.

Donald wuchs in San Pedro, dem Hafenviertel von Los Angeles auf. Dort wo der 110-Freeway endet und sich Gaffey und Santa Cruz Street kreuzen. Er bezeichnet die Gegend als „Rough Neigborhood“. „Ich habe 20 Jahre meines Lebens mit Mist verschwendet“, sagt er und meint damit: Gangkriege, Drogen, Alkohol, Absturz. Eine der wenigen Konstanten in Donalds Leben waren Autos. „Mein Stiefvater war ein grosser Autonarr. Meine Brüder und ich mussten an seinen Autos arbeiten, wenn wir Mist gebaut hatten – und wir haben viel Mist gebaut“. Sie arbeiteten an Klassikern, Low Ridern, Hot Rods und alten Volkswagen. Die Arbeit ging also nie aus. „Ihr denkt vielleicht, ich will euch mit der Arbeit an den Autos bestrafen“, sagte sein Stiefvater, „aber eines Tages werdet ihr mir dafür dankbar sein.“

Die „Brotherhood of Streetracers” wurde in den sechziger Jahren von ‚Big Willie‘ Robinson, einem rennverrückten Vietnam-Veteranen gegründet. Big Willie machte seinem Nahmen alle Ehre. „Mit über zwei Metern und 130 Kilos hatten alle Respekt vor ihm“, erzählt Donald: „Selbst Gang-Mitglieder“. Als die Rassenunruhen im Stadtteil Watts Los Angeles erschütterten, kämpfte mehr oder weniger jeder gegen jeden. Die Stadt brannte und die Nationalgarde marschierte auf. Doch es gab Gruppen verschiedener ethnischer Herkunft, die zur Verwunderung der Polizei nicht aufeinander losgingen. Das waren diejenigen, die ihre Konflikte beim Street-Racing austrugen. Schwarze, Weiße, Asiaten und Hispanics.

Big Willi schaffte es, mit seinen Rennen Leute aller Rassen und Klassen zusammen zu bringen. „When you get around cars, man, there ain’t no colors, just engines“, sagte er 1981 in einem Interview. Selbst bis zum LAPD, der Polizei von Los Angeles, sprach sich „Big Willie“ herum. Für eine Zeit sperrte das LAPD die Strassen für semi-legale Rennen. 1974 eröffnete Big Willie dann mit seiner Organisation den „Brotherhood Raceway” auf einem alten Navy-Stützpunkt auf Terminal Island, im Hafen von Los Angeles. Selbst der Bürgermeister von Los Angeles besuchte den Racetrack.  Die Fahrer mussten zehn Dollar Startgeld bezahlen und durften dafür am Wochenende ihre Kräfte messen.

1984 wurde der Racetrack geschlossen, weil das Grundstück anderweitig genutzt werden sollte. Für ein kurzes Gastspiel öffnete man 1993 noch einmal für einige Zeit. Big Willie starb 2012.

Jetzt kämpft Donald für die Rückkehr der Rennstrecke. Er informiert Bürger und putzt bei Behörden und Würdenträgern Klinken. „Brotherhood Raceway“ auf Terminal Island soll wieder leben. Ein Sozialprojekt der ganz anderen Art, das ihn in der ganzen Stadt bekannt macht. In seiner Werkstatt lagern ganze Kartons mit Abzügen des Fotografen Eddie Meeks. Der dokumentierte die Rennen des „Brotherhood-Raceway“ von Anfang an. Donald nennt ihn einen „Crazy Ass Photographer“, weil er seinen Standpunkt gerne mitten im qualmenden „Burnout“ der Street-Racer suchte. Die Fotos sind nicht nur Motorsport-Dokumentation, sondern auch ein Stück Sozialgeschichte Amerikas.

„Mein erstes Auto hat mir mein Stiefvater mit 15 Jahren geschenkt“, erinnert sich Donald, „es war ein 1950 Chevy Pickup-Truck“. Oder besser: Es waren dessen sterbliche Reste auf platten Reifen. Das Ding stand in einem Hinterhof und rostete vor sich hin. Sein Stiefvater erstand den Schrotthaufen für 300 Dollar und Donald richtete ihn in mühsamer Arbeit wieder her. „Ich mag es, wenn ein Auto bis auf den Rahmen demontiert werden muss und man es komplett neu aufbaut,“ sagt Donald und schwärmt von jenem Moment, „in dem man den Motor zum ersten mal anlässt und das Auto schliesslich mit eigener Kraft aus der Garage rollt“. Der Stapellauf gewissermaßen. Donald sitzt auf einem Campingstuhl inmitten seiner Autowerkstatt an der Pacific Avenue in San Pedro. Einige Freunde haben hier ihre Sammlerstücke deponiert: Ein Chevrolet El Caminio Big Block von 1967, ein Chevy Impala Wagon von 1962, ein Pontiac GTO von 1970. Auch der alte Chevy 1952 seines Stiefvaters hat hier eine Heimat gefunden. Daneben ein Chevy 1950 „Five Window Custom“, der Donald gehört. Sein ganzer Stolz aber steht draußen auf der Strasse. Der Chevy 1941 Deluxe Special Hot Rod. Er hat auch einen Namen: „Donco“. Das steht für „Donald Company“.

Gegenüber von Donalds Shop liegt die Militär-Kaserne Fort McArthur. Donalds heutiges Refugium war seinerzeit die letzte Tankstelle vor dem Tor zu dem Marine-Stützpunkt. Ehemalige Soldaten, die aus dem zweiten Weltkrieg zurückkamen, erfanden in den 40er Jahren auch die sogenannten „Hotrods“. Über den Ursprung des Namens streiten sich die Gelehrten: „Rod“ heißt beim Auto das Pleuel, ist aber auch ein Slang-Wort für Pistole. Auf jeden Fall waren Hot Rods die billigste Möglichkeit Autorennen zu fahren. Jedes überflüssige Teil wurde abmontiert, um Gewicht zu sparen. Und dann wurde ein überdimensionierter V8-Motor installiert. Aus diesen Anfängen ist eine riesige Subkultur entstanden, die fester Bestandteil der kalifornischen Autokultur ist.

Donalds Hot Rod gehört zur Sub-Species der „Rat Rods“, die ein minimalistisches, rohes Erscheinungsbild in rattengrau auszeichnet. Flugrost auf den ehemaligen Chromteilen sorgt für Patina und die Motorhaube fehlt gleich ganz. Das macht den Blick frei auf den Achtzylindermotor mit den doppelten Vierfachvergasern. Die Lufttrichter sind jeweils so groß wie eine Spagettischüssel. „Ich parke den da draußen, damit die Kids neugierig werden“, sagt Donald. Wenn Sie möchten, versucht er ihnen „Basic Skills“ fürs Auto beizubringen. „Ich habe hier eine Open-Door Policy“, erzählt er, „jeder Junge, der Hilfe mit seinem Auto braucht, kann reinkommen und ich helfe ihm so gut ich kann.“ Für Donald ist das ein „Community Service“, ein Dienst im Sinne der Allgemeinheit: „Wenn ich denen ein Werkzeug in die Hand gebe, hoffe ich, daß sie das besser finden als Gangs oder Drogen.“ Und er fügt bedauernd hinzu: „Früher hatte die San Pedro Highschool ein Auto-und- Motor-Programm, heute nicht mehr“. Wer mit Donald vor seiner Werkstatt auf der Straße steht, stellt verblüfft fest, dass fast jeder Vorbeifahrende winkt oder freundlich hupt. Das größte Kompliment macht ihm aber der zweijährige Sohn seiner Freundin Megan. Wenn Connor ein altes Auto sieht, sagt er schlicht: “Donald“.