Katy Cee ist offenbar nicht allein: mal ragt eine Männerhand ins Bild, mal sieht man im Vordergrund ein drittes, mit Jeans bekleidetes Bein. Der Unbekannte, der sich hier in Szene zu setzen und mit der jungen Engländerin im Bett herumzutoben scheint, sucht die körperliche Begegnung mit seinem Objekt. Immer wieder zieht er an den den Gliedmaßen des Mädchens herum, stachelt sie auf, versucht sie zu provozieren. Was aussieht wie die Kissenschlacht eines verliebten jungen Paares, ist freilich künstlerisches Kalkül. „Thedirtystory“ will seine Identität, sein Gesicht zwar nicht preisgeben, da er damit seinen Job als Beamter aufs Spiel setzen würde, aber trotzdem dreht er voll auf, wenn es um seine heimliche Liebe zur erotischen Fotografie geht: „Ich arbeite im Gesundheitswesen in einer hochrangigen Position“, sagt er. „Außerdem habe ich eine Familie und jetzt auch eine Tochter.“

Seit fünf Jahren macht „Thedirtystory“ geheime Fotoshootings. Manch einer mag denken, dass er das nur als Vorwand nutzt,  um die Models anfassen zu dürfen. „Quatsch“, sagt der Fotograf: , ich kenne die Models nicht persönlich und wie weit ich mich in die Fotos einmische, hängt von der jeweiligen Stimmung des Fotoshootings ab. Alles wird vorher abgesprochen mit dem Model und je nachdem wie der Chemie zwischen uns beiden ist, ergeben sich die Dinge“.

Katy kennt keinen anderen Fotografen, der sich selbst so stark einbringt und würde normalerweise niemand so nah an sich herankommen lassen. “ Ich liebe es, mit Thedirtystory zu fotografieren“, sagt sie. „Ein Shooting mit ihm besteht zu 80% aus Spaß, zu 11% aus Fotografieren und zu 9% aus Hip-Hop-Tanzen“, verrät die fröhliche Blondine.

Seine Art, auf diese Weise zu fotografieren, ist entstanden, weil er das Posieren satt hatte. „Ich hasse diese typische Modefotografie“, sagt er.  „Ich möchte, dass meine Bilder echt aussehen und das ist unmöglich, wenn das Model posiert und versucht etwas zu sein, was sie nicht ist. Außerdem verstärke ich damit das erotische Potential meiner Bilder, ohne dabei je vulgär oder pornographisch zu werden. Die Action ist wichtig, die Stimmung, nicht die Nacktheit an sich“.

Comments are closed.