Die Stadt als Testlabor

Im Jahr 2050 werden sieben Milliarden Menschen in Städten leben: Welche Formen von Mobilität wird es geben? Und wie findet die Vernetzung dieser Menschen statt?

?Audi Urban Future: Project New York? ? fuenf New Yorker Architekten gestalten Manhattan 2030/labDORA konzentrieren sich bei ihrer Arbeit auf Lower Manhattan und wendet die von der Bjarke Ingels Group (BIG)  beim Audi Urban Future Award 2010 vorgegebenen Rahmenbedingungen auf den Mikrokosmos an.

2050 werden weltweit so viele Menschen in Städten leben wie heute in ganzen Nationen. Den damit verbundenen Herausforderungen stellen sich die Audi Urban Future Initiative und die Columbia University beim „Extreme Cities Project“. Der wichtigste Gedanke: die Stadt der Zukunft als Ressource für Ideen und innovationen zu begreifen.

Wo konkret die innovativen Potenziale zukünftiger Urbanität liegen, zeigen fünf Hypothesen, die unter den Oberbegriffen „Demografie“, „Asymmetrische Mobilität“, „Komplexität“, „Migration“ und „Großzügigkeit“  formuliert wurden. “Wir betrachten diese Faktoren als die ureigensten Prinzipien urbaner Dichte, als Katalysatoren, durch die Städte entstehen und sich weiterentwickeln“, betont Mark Wigley, Dekan der Columbia Graduate School of Architecture, und Leiter des „Extreme Cities Project“.

„Das Projekt ist eine Art Langzeitradar für uns. Die Hypothesen zeigen uns die treibenden Kräfte in Städten der Zukunft auf”, sagt Luca de Meo, Vorstand für Vertrieb und Marketing von Audi.  Das Automobilunternehmen ziehe wichtige Impulse daraus im Bemühen um nachhaltige Mobilitätskonzepte.

Hier die fünf Hypothesen

1. ASYMMETRISCHE MOBILITÄT

Früher bedeutete „Von-A-nach-B-Kommen“, sich klar zu entscheiden. Ist es sinnvoller den Zug oder das Auto zur Verabredung am Abend zunehmen – oder doch lieber absagen und den Abend Zuhause verbringen, weil der Weg in die City einfach zu viel Zeit kostet. Bereits heute ist erkennbar, dass sich asymmetrische Mobilitätsmuster stetig ausweiten und damit Entscheidungen nicht länger getroffen werden müssen. Die Menschen nutzen vielfältige Transportmittel, um sich im Alltag zu bewegen und zusätzlich Dinge des täglichen Lebens zu erledigen. Während sie im Zug sitzen, arbeiten sie mit dem Smartphone E-Mails ab und nehmen mit Kopfhörern und Kamera an einer Videokonferenz am anderen Ende der Welt teil. Die Hypothese „Asymmetrische Mobilität“ unterstreicht, dass Mobilität im Jahr 2050 noch viel flexibler ist. Das Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsträgern könnte in der Zukunft viel einfacher, effizienter und erlebnisreicher gestaltet sein.

2. KOMPLEXITÄT


Städte sind Orte, an denen unterschiedliche Klassen, ethnische Gruppen und multikulturelle Ideen aufeinander treffen. Sie alle sind durch die Stadt miteinander verbunden und nutzen gemeinsame Infrastrukturen und Technologien. Die Hypothese „Komplexität“ geht davon aus, dass dies eine ungeheure Konzentration an Wissen im urbanen Umfeld mit sich bringt. Würden beispielsweise heute die Ideen und Daten, welche zur Rushhour im Zentrum der Großstädte zusammen kommen, ausgetauscht, könnte sich ein hohes Maß an Kreativität ergeben. In den Megacities von morgen leben noch mehr Menschen denn je auf engem Raum zusammen. Hieraus ergibt sich zwangsläufig ein Mehr an Austausch und Innovationspotenzial.

3. MIGRATION


Städte entstehen aufgrund von Migration. Ihre Identität wird kontinuierlich durch den Zufluss von „Zugezogenen“ neu geformt. In 40 Jahren ist Migration nicht länger ein einmaliges Ereignis im Leben eines Menschen, sondern die Norm. Zukünftig werden Menschen häufig zwischen den Weltstädten umziehen. Heute leben wir zum Beispiel in Berlin und arbeiten von dort aus für eine Firma mit Sitz in den USA. 2015 kommt ein Jobangebot aus New York, 2020 ist es London, 2030 gehen unsere Kinder nach Asien und wir ziehen mit. Die klare Unterscheidung zwischen Zuhause und Unterwegs verschwimmt. Die Bewegungen zwischen den Städten und die Bewegungen innerhalb der Städte werden eine ähnliche Komplexität annehmen.

4. GROSSZÜGIGKEIT


Effizienz und Produktivität von Großstädten basieren unter anderem auf „Großzügigkeit“. Städtischer Raum fördert das Miteinander der Menschen. Es ist leicht in Kontakt zu treten und spontan Angebote wahrzunehmen. Das wiederum kann die Stadt selbst verbessern. Die Zufälligkeit von zwischenmenschlichem Kontakt bringt neue Impulse und neue Ideen mit sich. „Extreme Städte“ gewinnen an Großzügigkeit, indem sie neue Formen des Miteinanders fördern: Wo heute im „Community Garten“ in kleinen Gemeinschaften Gärten angelegt werden, kann morgen ein Ort entstehen, der mit den geernteten Produkten die Nachbarschaft versorgt.

5. DEMOGRAFIE

Medizinischer Fortschritt und Gesundheitsvorsorge haben dazu beigetragen, die weltweite Lebenserwartung zu steigern und das Altersspektrum in den Städten zu erweitern. Im Jahr 2050 sind zwei Milliarden Stadtbewohner weltweit über 60 Jahre alt, das bietet ungeahnte Chancen. Bereits heute gehört es zum Stadtbild, dass ältere Menschen aktiv am Stadtleben teilnehmen. Dank flexibler sozialer und technischer Strukturen, wie zum Beispiel uneingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung, kulturellen Netzwerken und der Transfer von Wissen einer Generation auf die nächste, erhöht sich die Lebensqualität für alle Generationen. Die Stadt als Lebens- und Wohnraum wird gestärkt. In den Städten eröffnet sich der Zugang zu abwechslungsreichen Initiativen: Bildung, Gesundheitssystem, kulturellen Einrichtungen oder neuen Tätigkeitsfeldern. Das Leben in der Stadt hat altersübergreifend etwas zu bieten. Dies setzt kreative Energien frei, die Innovationen in Städten vorantreiben.

Mehr Informationen zur Audi Urban Future Initiative:

www.audi-urban-future-initiative.com 

https://www.facebook.com/audiurbanfutureinitiative 

 

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