Brian Grubb surft mit dem Wakeboard auf einer Reis-Terrasse in den Philippinen.
Brian Grubb surft mit dem Wakeboard auf einer Reis-Terrasse in den Philippinen.

Mit Vollgas über das Wasser gleiten und dabei waghalsige Sprünge zeigen, ohne an Öffnungszeiten oder vorgegebene Orte gebunden zu sein: Winchen ist der angesagteste Trend unter Wassersportlern und eröffnet eine neue Dimension von Actionsport. Der grundlegende Gedanke ist nicht neu: Angetrieben von einem zugstarken Motor, lassen sich Sportler schon seit Jahren auf diversen Boardarten über das Wasser ziehen, ob an der Wasserskianlage oder hinter einem Sportboot. Beide Varianten sind jedoch an feste Reviere gebunden. Das Gefühl vollkommener Freiheit kommt dagegen auf, wenn der Antrieb so kompakt, klein und handlich ist, dass er im Kofferraum jedes Mittelklasse-PKWs Platz findet. Winchen ist die neue Trendsportart des Sommers und eröffnet bisher ungekannte Perspektiven. Ob auf dem nahegelegenen Baggersee, einem Flußlauf, oder den Reisterrassen im Hochland der Philippinen, der Phantasie für potentielle Spots sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Duncan Zuur
Duncan Zuur

Um dieses ausgefallene, actiongeladene Abenteuer zu erleben, werden neben der Winch lediglich ein Wake- oder Kiteboard, ein Helm und eine Badehose benötigt, schon kann der Adrenalinkick starten. Die Winch ist vereinfacht ausgedrückt nichts anderes als eine Motorseilwinde, die den Sportler auf eine variable Geschwindigkeit beschleunigt. Als Antrieb dient ein sechs bis 16 PS starker Motor, abhängig von Übersetzung und Getriebeart. Je nach Spindelgröße kann das Seil unterschiedlich lang gewählt werden, wovon die fahrbare Distanz abhängt. Kürzer als 100 Meter sollte es nicht sein, um einen Puffer zwischen dem Endpunkt der Fahrt und der Position der Winch zu haben. Die übliche Länge liegt bei ungefähr 300 Metern. Da der Sportler und der Bediener der Winch zur Startfreigabe miteinander kommunizieren müssen, sollte das Seil auch nicht viel länger ausfallen. Gesurft wird dann natürlich One-Way, also nur in eine Richtung und das Seil auf dem Fußweg zum Startpunkt wieder abgerollt.

Vorkenntnisse werden für diesen Thrill kaum benötigt. Großräumige Gewässer ohne Hindernisse eignen sich für die ersten Versuche und Startübungen hervorragend, während auf einem schmalen Fluß schon etwas Erfahrung von Nöten ist. Erstrecht dann, wenn noch Rampen und Slider mit dem Board bearbeitet werden sollen. Grundsätzlich erhöht es natürlich die Lerngeschwindigkeit, wenn vorher bereits Kontakt mit ähnlichen Sportarten wie dem Wakeboarden bestand. Sowohl das Gefühl für die Beschleunigung als auch für das Board stellt sich dann deutlich schneller ein. Zwingend notwendig sind Vorkenntnisse aber nicht um das Winchen zu erlernen. Für absolute Neulinge fallen die ersten Winch-Erfahrungen mit einem Skateboard auf Asphalt oder einem Snowboard auf Schnee am leichtesten. Verglichen mit dem Wassereinsatz kann die Fahrtgeschwindigkeit durch den geringeren Widerstand dabei langsamer gesteigert werden.

Aber spätestens wenn der Hochsommer den Asphalt in Deutschlands Städten fast zum schmelzen bringt, sollte die Winch am nächstgelegenen See aufgestellt werden. Denn eine kühle Erfrischung lässt sich nicht schöner mit einem ausgefallenen Adrenalinkick verbinden.

 

 

 

 

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